BMW verlässt Sieben-Jahres-Hoch

Der Kursanstieg der BMW-Aktie konnte die Höchststände von 2015 nicht erreichen, da das Unternehmen die Quartalsergebnisse um 10,18 % verfehlte.  

Dem Beispiel von Volkswagen folgend, hat sich BMW dazu entschlossen, seine Entwicklung in der Elektrofahrzeugindustrie zu beschleunigen, als Teil seines hohen Profitabilitätsziels für dieses Jahr. BMW hat den Absatz von Elektrofahrzeugen bis 2022 verdoppelt, was die starke Wachstumsdynamik der Branche widerspiegelt. Nach Schätzungen von S&P Global Mobility ist der Absatz von Elektrofahrzeugen im vergangenen Jahr um 36% gestiegen, was für BMW einen hervorragenden Markt darstellt, auf dem das Unternehmen aufbauen kann.  

Die EBITDA-Marge (Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortization) misst den Betriebsgewinn eines Unternehmens in Prozent des Umsatzes und ist eine wichtige Kennzahl zur Messung der betrieblichen Effizienz eines Unternehmens.  

Diese Kennzahl gibt an, wie viel operativer Cashflow für jeden Euro Umsatz erwirtschaftet wird. Unter den drei großen europäischen Automobilherstellern erwirtschaftet BMW mit einer EBITDA-Marge von 15,82 % den höchsten operativen Cashflow pro Euro Umsatz, verglichen mit 14,20 % und 12,71 % bei Mercedes-Benz und VW. Die EBITDA-Marge von BMW ist im Vergleich zu seinen Konkurrenten relativ stabil geblieben und könnte ein Hinweis auf die Stärke von BMW in Bezug auf operative Effizienz und Cash-Generierung sein. 

Technische Analyse  

Der Aktienkurs von BMW befindet sich seit dem dritten Quartal 2022 in einem Aufwärtstrend. Der Aufwärtstrend bildete einen aufsteigenden Kanal mit Unterstützung und Widerstand bei 89,50 € bzw. 105,00 € pro Aktie.  

Nach dem Überwinden des Widerstands nahm die Abwärtsdynamik zu und schickte den Aktienkurs in Richtung der Unterstützung bei 89,50 € pro Aktie. Da die Bären derzeit das Sagen haben, wird der Kurs der BMW-Aktie wahrscheinlich die Marke von 89,50 € erreichen, die als Take-Profit-Level für bärische Investoren vorgesehen ist, wenn es zu einem Ausbruch unter das 61,80 % Fibonacci Retracement Golden Ratio bei 95,39 € pro Aktie kommt.  

Käufer werden entweder das 61,80 % Fibonacci Retracement Golden Ratio bei 95,39 € pro Aktie oder die Unterstützung bei 89,50 € pro Aktie als Einstiegsmöglichkeit sehen, wenn die Abwärtsvolumina zu sinken beginnen, während sich der Kurs diesen Werten nähert. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Interesse der Bären nachlässt und bullische Investoren auf den Markt locken. Bullische Investoren werden wahrscheinlich die Marke von 105,00 € pro Aktie anpeilen, um auszusteigen, wenn der Kurs weiter steigt.  

Fundamentalanalyse 

BMW lieferte im vergangenen Jahr 5 % weniger Fahrzeuge aus, da die Lieferkette durch den Russland-Ukraine-Krieg und wiederholte Covid-19-Sperrungen in China beeinträchtigt wurde. Die Segmente BMW und Mini waren mit einem Rückgang der Auslieferungen um 5 % bzw. 3 % am stärksten betroffen. Die Auslieferungen der Luxusmarke Rolls Royce stiegen um 8 % auf 6.021 Fahrzeuge weltweit.  

Trotz weniger ausgelieferter Fahrzeuge hat sich die Gesamtleistung von BMW im Jahr 2022 deutlich verbessert. Umsatz und Jahresüberschuss steigen jährlich um 27 % bzw. 49 % gegenüber 2021. Der Umsatz stieg auf 142,6 Mrd. Euro, während der Nettogewinn 2022 auf 18,5 Mrd. Euro kletterte, wobei das Segment Automotive den größten Beitrag zu dieser Verbesserung leistete. Die Umsatzerlöse wurden durch eine Verbesserung im Segment Finanzdienstleistungen angekurbelt, das einen Umsatzanstieg von 7 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete.  

BMW prognostiziert für das Jahr 2023 ein positives Ergebnis, wobei der Absatz von Luxusfahrzeugen wie der 7er-Reihe und Rolls-Royce-Modellen im mittleren zweistelligen Prozentbereich wachsen soll. BMW kündigte an, dass der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Gesamtauslieferungen im Jahr 2023 von 9 % auf 15 % steigen wird, was ebenfalls zu der positiven Umsatzerwartung beiträgt.  

Darüber hinaus prognostiziert BMW eine Marge von 8 bis 10 % für sein Automobilsegment im Jahr 2023, was über dem letztjährigen Ziel von 7 bis 9 % liegt und bei Verwirklichung vermutlich zur Profitabilität beitragen wird.  

Nach Abzinsung der künftigen Cashflows wurde der faire Wert von BMW abgeleitet und liegt bei 105,28 € pro Aktie. Der Aktienkurs wird derzeit mit einem Abschlag von 10,16 % auf den fairen Wert gehandelt, so dass noch erhebliches Wachstumspotenzial besteht.  

Zusammenfassung 

Angesichts des Engagements von BMW, in die Zukunft des Automobils, nämlich in Elektrofahrzeuge, zu investieren, befindet sich das Unternehmen in einer guten Position, um von den Wachstumschancen zu profitieren, die die Branche in Zukunft bieten wird. Der Kurs der BMW-Aktie wird wahrscheinlich steigen, wenn die Umsätze und Erträge stabil bis steigend bleiben.  

Quellen: BMW, Reuters, Times, TradingView, Koyfin